Warum gute Texte wichtig sind?

Warum gute Texte wichtig sind?

Nach Erreichung des Zielpunktes nahm ich eine Situationsanalyse vor, die ein Military Succes-Ereignis zur Folge hatte. Mit diesem Satz wäre Ceasar vermutlich nie berühmt geworden. Er schrieb ihn auch nicht. Vielmehr formulierte er in seiner Schrift „Zum Gallischen Krieg“: Ich kann, sah und siegte. Das ist eindringlich, klar und verständlich.

Viele Texte, mit deren wir im Altag konfrontiert sind, ähneln leider eher der ersten Version. Dabei ist ein verständlicher Stil Ausdruck intellektuerer Disziplin. Der Wissenschaftstheoretiker und Philosoph Sir Karl Popper sagte einmal: „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, dis er’s klar sagen kann.“ Viele Autoren verbergen nämlich die Unklarheit oder Banalität ihrer Gedanken hinter einer unklaren Ausdrucksweise. Popper zeigte das an einem Beispiel. Er nahm einen Satz des deutschen Soziologen Jürgen Habermas und übersetzte ihn einfaches Deutsch. Heraus kam eine Binsenweisheit:

 

(Theorien) erweisen sich für einen speziellen Gegenstandsbereich dann als brauchbar, wenn sich ihnen die reale Mannigfaltigkeit fügt

- Jürgen Habermans

Popper machte daraus:

Theorien sind auf ein spezielles Gebiet dann anwendbar. wenn sie anwendbar sind.

- Karl Popper

Wichtig

Schlecht und unverständlich formulierte Texte sind nicht nur ein Ärgernis für Sprachpuristen, die sind für Unternehmen ein ernsthaftes Problem:
  • Schlechte Texte kosten den Leser Zeit, weil er sie mühsam entschlüsseln muss.
  • Schlechte Texte verursachen Missverständnisse, weil sie wegen ihrer Unklarheit unterschiedlich interpriert werden.
  • Schlechte Texte können hohe Kosten zur Folge haben, wenn jemand sie falsch versteht.

 

Bei bestimmten Textformen, zum Beispiel Bedienungsanleitungen, kann ein missverständlicher Text sogar dazu führen, dass ein Unternehmen regresspflichtig gemacht wird. Gute, verständliche Texte zu schreiben ist keine Kunst. Es ist ein Handwerk, das man lernen kann. Es erfordert allerdings ein wenig Mühe. Der berühmte Journalistenausbilder Wolf Schneider hat es einmal so formuliert:

 

Einer muss sind quälen – entweder der Leser oder der Autor. Da der Autor ein Interesse daran hat, dem Leser etwas mitzuteilen, sollte er es sein, der sich quält.

- Wolf Schneider